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Juni 2017  >>

Liebe Leserinnen und Leser!

Lassen sie uns heute keine politischen oder andersartigen Themen diskutieren, wir haben doch alle nur noch Sommer, Sonne & Urlaub im Kopf. Lassen sie mich von etwas sprechen, das mich seit 3 Monaten beschäftigt, nämlich der Frage, kann man Sonnenlicht künstlich erzeugen? Natürlich nicht mit der wahnsinnigen Strahlkraft und Energie der Sonne, aber doch immerhin mit dem Sonnenlichtspektrum. Diese Frage kann ich jetzt nach langem Studium und Fachliteratur, Firmenbroschüren und Aufsätzen eindeutig mit Ja beantworten. Ja, man kann künstliches Sonnenlichtspektrum erzeugen. Unser Kopfbeherbergt eine unglaublich vielseitige „chemische Fabrik“. Für das Sehen werden Botenstoffe und Hormone erzeugt oder aktiviert, für die Farberkennung genauso. Das gleiche gilt für das Einschlafen, wie das Aufwachen. Wenn Sie der Zusammenhang interessiert, ich schicke ihnen gern eine detaillierte Broschüre unserer Firma.

Der Auslöser dieser Untersuchung war, dass meine Firma euroLighting, eine zweite Firmengründung von mir, neben unserer 40-jährigen Endrich Bauelemente Vertriebs GmbH, Produkte vertreiben will, von denen der Hersteller behauptet, sie könnten ein dem Sonnenlicht sehr ähnliches Sonnenspektrum erzeugen. Da war Misstrauen wirklich angesagt, und wir haben als ersten Versuchsballon 100 Glühbirnen an Haushalte verschenkt, zusammen mit einem Fragebogen, diesen uns nach einer Woche ausgefüllt zurückzugeben, ohne dass die Probanden wussten, was wir eigentlich wissen wollten. Und der Erfolg war überraschend, denn 70% fühlten sich durch das neue Licht (in der alten Glühbirnenform) angeregt, konnten besser lesen, also die Schrift klarer erkennen, fühlten sich wesentlich wohler bei dem abendlichen Licht unter LED Beleuchtung, selbst bei 2700 K warmen Licht, sagten, dass sie weniger ermüdeten am Abend. Nur 30% fühlten sich weniger oder gar nicht angesprochen. Naja, es gibt halt Menschen mit unterschiedlicher Empfindlichkeit. Nach diesem ersten Test war ich neugierig genug, mich intensiv mit der Fachliteratur zu befassen und lernte, dass man auf der letzten „Light + Building“ in Frankfurt schon einige Versuchsaufbauten mit sogenanntem „HCL Human Centric Lighting“ ausgestellt hatte. Aber große Emotionen haben die Aussteller wohl leider nicht erfahren dürfen. Fachblätter haben nur spärlich dazu Stellung genommen. Beim Quellen studieren habe ich gelernt, dass wir tagsüber ein Hormon namens „Melatonin“ erzeugen, das uns beim Einschlafen hilft und ruhig schlafen lässt, aber bei zu viel Fernsehen oder Arbeiten am Computer oder selbst beim Schauen ins Handy wird diese Melatoninerzeugung gestört, teilweise reduziert, weil diese Geräte blaues Licht ausstrahlen, das diese Melatoninbildung behindert. Wir haben dann Messergebnisse mit einem präzisen Gossen Messgerät an Fernsehern, Handys, Computern und Bildschirmen vorgenommen, und die Ergebnisse waren mehr als überraschend, denn die Messergebnisse waren durchweg schlecht und das schlimmste Licht sendeten die Stromsparlampen aus. Man wundert sich, dass die Regierung und alle, die etwas davon verstehen wollen, auf dem Energiesparlabel herumreiten, aber die Qualität des Lichtes, das diese Lichtquellen, also Computer, Schirme, Fernseher usw. ausstrahlen, ist völlig unbekannt. Es wird nicht bewertet und nicht benotet, und es wird nicht davor gewarnt. Die herstellende Industrie wird es wohl gewusst haben – hoffen wir es, aber deren Schweigen ist verständlich!

Vor dem Einschlafen erzeugen wir Melatonin, dann gibt es morgens ein Hormon, das zum Aufwachen beiträgt, in dem es auf das bläulich-weiße Licht in der Dämmerung der Sonne reagiert, tagsüber erzeugt der menschliche Körper Seratonin, das Glückshormon, das durch Essen von Schokolade angeblich gesteigert wird. Und sonst dreht sich die Hormonproduktion 24 Stunden lang, man nennt dies den „circadianen“ Rhythmus, dem wir alle unterliegen und der uns höchste Leistungssteigerung zwischen 10 und 11 Uhr bringt und sie nach einem Abflachen um die Mittagszeit gegen 16 Uhr nochmals anschwellen lässt.

Denkt man 200 Jahre zurück, dann waren die meisten Menschen im Ackerbau tätig und damit den ganzen Tag dem Sonnenlicht ausgesetzt. Erst mit der Erfindung der Industrialisierung und der Erfindung des künstlichen Lichtes, also der Elektrizität, reduzierte sich dieser Sonnenkonsum auf ca. 10% beim Menschen heute, und dies führt zu Depressionen, Mangelerscheinungen bei Kindern, z.B. bei den Zähnen, oder Knochenabbau (Osteoporose) bei älteren Menschen. Der Mangel an Sonnenlicht erklärt so manches, was wir heute als Krankheitsursache noch gar nicht richtig erkannt haben, dabei wäre Sonnenlicht doch die beste Medizin und so billig. Aus diesen Erkenntnissen heraus, haben wir uns entschlossen, diese Produkte zu vertreiben, weil die Umrüstung auf diese neuen Leuchtmittel außerordentlich preiswert ist, sowohl im Haus, in Verwaltungsgebäuden, in Schulen, in Altersheimen oder Hospitälern. Da Zahlen mehr als Worte sagen, haben wir ein Beispiel ausgerechnet, z. B. ein Raum mit 60 m2 (10 m×6 m), in dem wir 9 Deckenpanels je 40 Watt in unserer Computersimulation aufgehängt haben und dabei ausgezeichnete Lichtwerte erzielt haben. Vorgabe lt. Gesetz sind 500 Lux am Arbeitsplatz, direkt unterhalb und neben den Deckenpanelen hatten wir 630 Lux, in den Zwischenräumen 540 Lux und nur an den Wänden ca. 450 Lux. Erreicht wurde dies mit 9 Panelen mit zusammen 380 Watt und total 47000 Lumen. Das Ganze kann man zu einem Materialwert von knapp 1500 € erwerben (natürlich ohne Installationskosten). Dem gegenüber stehen die bessere Leistung der Mitarbeiter, weniger Krankheitstage, hohe Konzentration und ein generelles Wohlbefinden der Mitarbeiter. Dies sind doch Zahlen und Fakten, die nachdenklich machen! Vielleicht sind Sie dann auch so euphorisch nach einer Umstellung auf sonnenähnliches Kunstlicht, wie ich es wurde.

Wenn Sie mehr über diese Leuchtmittel wissen möchten, schreiben Sie mir bitte. Eine Email genügt an: w.endrich@endrich.com

Mit freundlichen Grüßen

W. Endrich

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Herr Endrich neu Wolfgang Endrich

Mai 2017  >>

Einige Gedanken zur Gerechtigkeit

Es ist mal wieder Wahlzeit und das Schlagwort „Gerechtigkeit“ wird von allen Seiten gerne benutzt, um damit zu werben. Besonders die fehlende „soziale Gerechtigkeit“ wird oft genannt. Es gibt ein Bonmot von Baron Rothschild aus Paris, aus dem 19. Jahrhundert, einem bekannten Bankier, der abends, als er seine Bank verließ, von einem Bettler angesprochen wurde und dieser verlangte einen Franc und Baron Rothschild sagte: „Frankreich hat 80 Millionen Einwohner, mein Vermögen ist 80 Millionen Franc, wenn ich gerecht sein will, müsste ich jedem Franzosen 1 Franc geben und mein Vermögen wäre Null“. Und er gab dem Bettler keinen Franc.

Ist es gerecht, wenn Kinder bereits mit einem Herzfehler auf die Welt kommen oder Mütter mit Familie in jungen Jahren an Krebs sterben oder oder oder? Es gibt so viele Beispiele, wo man sich wirklich fragt, ist das gerecht? Ich glaube, das Wort Gerechtigkeit ist das am meisten missbrauchte und für die eigenen Zwecke benutzte Wort, um seine Unzufriedenheit mit seinem Zustand des Lebens zu beklagen. In Finnland will man jetzt einen Versuch mit 2.000 Personen starten, die ein monatliches, staatliches Einkommen von 1.000 € bekommen sollen, ohne dafür arbeiten zu müssen, aber Zusatzverdienste werden nicht angerechnet. Man will damit erforschen, was diese Testpersonen mit dem monatlichen Einkommen, ohne Arbeiten zu müssen, daraus machen.

Wir Menschen haben neben den Wunsch nach Gerechtigkeit leider auch weniger schöne Eigenschaften wie Missgunst, Gier und weitere verwerfliche Eigenschaften, wie sie auch von den Weltreligionen angeprangert werden.

Bis vor 25 Jahren hatten wir noch die DDR, wo das ganze Vermögen dem Volk gehörte und der Einzelne trotzdem nichts hatte. Ich denke nur an die verfallenen Wohnungen und Hausfassaden, die uns Westler erschütterten, wenn wir durch Orte der „DDR“ fuhren. Von allgemeinem Wohlstand konnte man da weiß Gott nicht sprechen, aber das Eigentum war wohl gerecht verteilt, denn keiner hatte etwas. War das gerecht? Ich persönlich bevorzuge mehr eine andere menschliche Eigenschaft, nämlich das persönliche Streben, Wissen und Vermögen von selbst anzusammeln und damit eine gewisse Unabhängigkeit zu erreichen. Schon die Natur macht uns dies vor, wenn Eichhörnchen z.B. nicht genügend Nüsse im Herbst sammeln, werden sie den Winter nicht überleben. Der Ruf nach staatlicher Hilfe ist mir zu bequem. Ich vermisse dabei das eigene Bestreben, sein Wissen und auch sein Vermögen nach Möglichkeit zu vermehren. Die einzige Ausnahme, die ich gelten lassen kann, sind Personen, die durch Krankheiten oder sonstige Gebrechen oder Unglücksfälle nicht in der Lage sind, sich selbst zu helfen und auf die Mildtätigkeit der Mitmenschen, der Kirchen und des Staates angewiesen sind.

Als Flüchtling ist meine Familie 1945 mit Nichts aus der Tschechei gekommen, mein Studium musste ich durch härteste Arbeit in einer Gießerei selbst verdienen, BAFÖG gab es damals nicht und mit 40 Jahren hatte ich den Mut, mich selbständig zu machen, ebenfalls mit Nichts, ohne Vermögen, ohne Kunden und ohne Lieferanten, und trotzdem ist es mir gelungen, eine mittelständische Firma zu ihrer heutigen Größe zu entwickeln. Oder ein anderes Beispiel, Norbert Blüm, der frühere Minister, der mit Volksschulbildung, Mechanikerlehre und Abendstudium promoviert hat und es dann sogar zum Minister brachte.

Der Ruf nach sozialer Gerechtigkeit ist mir zu bequem und zu einfach. Er erzeugt nur Missmut und Neid und verleitet dazu, den eigenen Antrieb, für sich selbst zu sorgen, Karriere zu machen und für seinen eigenen Wohlstand zu sorgen, zu unterdrücken. Das heißt „Eigeninitiative“ gleich Null! Den fürsorglichen Staat, der für alles sorgt, von der Wiege bis zur Bahre, der alles regelt und reglementiert, den gibt es nicht, und wenn es ihn gibt, dann nur zu dem Preis, die persönliche Freiheit zu verlieren. Und dies ist nach meiner Meinung das höchste Gut, welches wir in einer funktionierenden Demokratie haben.

Mit freundlichen Grüßen

W. Endrich

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Herr Endrich neu Wolfgang Endrich

April 2017  >>

ERDOGANOMANIA

Liebe Leserinnen und Leser,

dass Herr Erdogan, der Premier unseres NATO Partners Türkei, mit nur 51,4% „angeblich“ die Volksabstimmung gewonnen hat, hat uns alle verwundert. Ob die Zahlen "geschönt" sind, wird man nie erfahren, nachdem er erklärt hat, diese Zahlen seien richtig und man habe sie zu glauben. Erstaunlich deshalb, weil dieser Herr alles getan hat, um die Wahlen von vornherein für sich zu gewinnen. Man denke nur an den unnötigen erneuten Kampf gegen die Kurden, obwohl Jahre lang Frieden herrschte. Ferner, dass er unliebsame Opponenten ins Gefängnis warf, Journalisten, und damit die freie Pressemeinung, ebenfalls ins Gefängnis schickte und kritische Meinungsäußerungen damit unterdrücken kann, dass er in Zukunft das Parlament ausschalten kann und selbstherrlich Dekrete verfassen kann, sowie dass er die Rechtsprechung, nämlich die obersten Richter, selber bestimmen kann und dass er auch Auslands-Türken in Deutschland bespitzeln lassen will. Das stimmt alles doch sehr bedenklich und erinnert mich an die Zeit von 1933 in Deutschland, als unser Volk durch einen einzigen Menschen langsam, aber kontinuierlich, ins Unglück gestürzt wurde. Und dass er bei seinen Volksreden bescheiden in den Hintergrund tritt und seinem Volk goldene Zeiten verspricht und sie bestärkt in der Annahme, jetzt den Feinden rundherum es zeigen zu wollen usw. ist eine Meisterleistung der Rhetorik. Er erzählt dem gläubigen AKP Volk, dass die Türkei von Feinden umgeben sei und dass man es ihnen jetzt zeigen müsse, wie stark man sei. Das ist doch billiger Klamauk! Dass trotz dieser Unterdrückung der Opposition ein so mageres Ergebnis von 51,4% herauskam, zeigt doch, das mindestens die Hälfte der türkischen Wahlberechtigten völlig anderer Meinung waren.

Was mich aber eigentlich erschüttert, ist die Tatsache, dass die sogenannten „Deutschland-Türken“ immerhin über 3 Millionen Wahlberechtigte, rund 50% an der Wahl in Deutschland teilgenommen haben und davon wieder ca. 70% nach Angaben der Presse mit "ja" gestimmt haben. Diese Türken sind alle zu uns gekommen, um Arbeit und Brot zu finden und in einem demokratischen Land zu leben, Familien zu gründen und zu Wohlstand zu kommen. Deshalb muss man auch davon ausgehen, dass sie unsere Demokratie, unserer freiheitliche Ordnung, sehr wohl kennen und an unserem hohen Lebensstandard, Freiheit der Meinungsäußerung usw. teilhaben wollen. Und trotz dieser Kenntnis einem Mann ihre Stimme gegeben haben, der sie, wenn es so weiter geht, mit ziemlicher Sicherheit, in eine „ein Mann Diktatur“ führen wird.

Um nicht missverstanden zu werden: Herr Erdogan hat sicherlich eine Menge Verdienste, hat in den letzten Jahren die Arbeitslosigkeit verringert und Wohlstand über das Land gebracht. Aber natürlich nur deshalb, weil er als Erbe von seinem Vorgänger, ein auf Demokratie getrimmtes Land geführt hat – d.h. unabhängige Justiz, freie Meinungsfreiheit, keine Behinderung der Presse. Man muss sich deshalb schon fragen: Haben diese in Deutschland lebenden Türken nichts kapiert? Haben die Veranstaltungen in Deutschland, die durch Reden der türkischen Regierungsmitglieder bestimmt wurden, nicht verstanden um was es geht? Und die eindeutigen Vorteile einer funktionierenden Demokratie haben auch unsere türkischen Mitbürger sicherlich gerne in Anspruch genommen.

Aber jetzt sich zum Alleinherrscher zu erheben und zu versprechen, dass alles besser werde, sind doch Zukunftsfantasien!

Liegt dies an der fehlenden Integration der Deutsch-Türken? Ich habe meine Zweifel. Denn schließlich beruht eine Integration auf Freiwilligkeit. Deshalb müssten die in Deutschland lebenden Türken alles tun, um sich in unser Leben zu integrieren. Denn hier wollen sie leben, zur Schule gehen, ihre Arbeit verrichten um evtl. bis zu ihrem Lebensabend hier in Deutschland zu bleiben. Viele Türken haben diesen Schritt bereits freiwillig getan. Sie haben sich Häuser gebaut, sind aktive Mitglieder in Vereinen geworden, haben Läden und Gaststätten eröffnet. Nicht zu vergessen: "Döner-Läden" sind zu einem unverzichtbaren Begriff geworden. Aber die völlige Integration der restlichen Türken hat offensichtlich nicht stattgefunden. Für unsere Politiker bleibt hier noch sehr viel zu tun.

Mit freundlichen Grüßen

W. Endrich

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Herr Endrich neu Wolfgang Endrich

März 2017  >>

Kritisches zur Elektromobilität

Liebe Leserinnen und Leser,

Seit der Energiewende sind die deutschen Autofahrer aufgerufen, möglichst rasch, auf Elektromobile umzustellen. Eine staatliche Prämie in Höhe von 4000,00 € wurde auch ausgelobt, hat aber nach meinem Wissen erst einige tausend Mitbürger bewogen, sich ein Elektrofahrzeug anzuschaffen. Auch Autoindustrie hat diesem Lockruf bisher nur zögerlich Folge geleistet. Die ersten Versuchsfahrzeuge von BMW und Smart waren kein Verkaufhit. Ein Hinderungsgrund war sicherlich die mangelhafte Reichweite mit einer Batterieladung von 200 - 300 km. Die bisher angebotenen Hybridfahrzeuge haben den Markt aber auch nicht überzeugt. Ein Grund war wohl der hohe Preis für diese Fahrzeuge und die noch nicht befriedigende Leistung der Batterien. In Norwegen scheint man dem Elektromobil aufgeschlossener gegenüber zu stehen, denn dort sind wesentlich größere Zahlen von Zulassungen veröffentlicht worden.

Wer die neueste „AutoBild“ gelesen hat, kann sich an den Elektrosportwagen, die jetzt auf den Markt kommen sollen, wirklich begeistern. Ein rassiges Aussehen und imposante Beschleunigung sind aber nicht das Einzige, was mir im Moment die Lust am Kauf eines solchen Fahrzeugs nimmt.

Ich stelle mir nämlich die Frage, warum ein normaler Mitbürger mit Familie und zwei Kindern ein solches Fahrzeug kaufen sollte, das er jeden Abend erneut aufladen muss. Und wenn er am Wochenende mit der Familie einen Ausflug plant, sich sehr gut überlegen muss, wie weit er fahren kann und wo er sein Fahrzeug wieder aufladen kann. In unserem Land fehlt es nämlich schlichtweg an Ladestationen. Aus diesem Grund hat Tesla in Deutschland eigene Ladestationen errichtet und zeigt auf einem Display an, wo der Fahrer die nächste Ladestelle findet. Kürzlich gaben Mercedes, BMW und Audi bekannt, dass sie gemeinsam ein Netz von Ladestationen entlang der Autobahn aufbauen wollen, und die Stadt Iserlohn hat kürzlich ganz stolz veröffentlicht, dass sie in ihrer Stadt 17 Ladestationen einrichten wollen.

Der oben genannte Familienvater dürfte aber noch andere Überlegungen hegen. Wer heute unsere Städte und die Nebenstraßen sieht, voll geparkt mit Fahrzeugen, der muss sich doch die Frage stellen, wie es funktionieren soll, all diese Fahrzeuge abends an das Ladekabel zu hängen. Oder man denke an die zigtausende von Parkgaragen, in Wohnsiedlungen, oder die Parkhäuser in den Städten. Wenn die Elektromobilität eine Zukunft haben soll, müssen all diese Straßen und Parkhäuser mit Ladestationen versehen werden. An die Investitionskosten, die dadurch den Gemeinden und Städten drohen, mag man kaum denken, denn sie gehen in den mehrfachen Milliarden Bereich. Und wenn unser Familienvater dann die glorreiche Idee hat, in den Sommer- oder Winterferien ins Ausland zu fahren, dürfte er ebenfalls vor extremen Problemen stehen, denn ein Reservekanister mit Benzin oder Diesel hilft nicht mehr.

Ist die Elektromobilität dann ein frommer Wunsch?

Eigentlich nicht, denn es gibt ein ganz anderes System, nämlich die so genannte Brennstoffzelle, welche mit Wasserstoff funktioniert. Und zwar Wasserstoff, den man in besonderen Tanks an jeder Tankstelle zapfen könnte und der nachts durch das überschüssige Elektrizitätsaufkommen sicherlich in ausreichender Menge erzeugt werden könnte. Seit über 10 Jahren wird auf diesem Gebiete geforscht. Es fahren viele Versuchsfahrzeuge, zumindest weiß ich dies von Daimler Benz, z.B. Busse, mit dieser Antriebsart. Ich frage mich wirklich, warum wir uns so sehr auf die jetzige Batterielösung versteifen, wohl wissend, dass die Infrastruktur überhaupt nicht vorhanden ist und in den nächsten Jahren, ohne Profi sein zu wollen, auch nicht erstellt werden kann. Wasserstoff ist sicherlich genauso gefährlich und hochexplosiv wie Benzin, oder Gastanks im Auto. Dies müsste aber nach unserem heutigen technischen Stand beherrschbar sein. Warum verrennen wir uns also in die batteriebetriebene Antriebslösung, wenn es eine einfachere Lösung bereits am Markt gibt, die vermutlich auch so ausgereift ist, wie die derzeitige Batterielösung. Haben wir denn in unserem Wissenschaftsministerium keine Techniker, die den Weitblick haben, und den Kenntnisstand, um den Brennstoffzellenantrieb zu forcieren? Es würde sich an den Zielen der Elektromobilität nichts ändern. Aber anstelle eines äußerst schweren Batteriepakets, hätte man nur einen Tank mit Wasserstoff, und die Brennstoffzelle liefert den nötigen Strom für den Antrieb der Elektromotoren. Dann braucht man keinen Hybridantrieb und aus dem Auspuff würde nur hin und wieder ein paar Tropfen Wasser entweichen.

Übrigens laut Wikipedia werden in Japan bereits die ersten PKW mit Brennstoffzellenantrieb in Großserie gefertigt. Verschläft die deutsche Automobilindustrie wieder einmal einen Innovationstrend?

Mit freundlichen Grüßen

W. Endrich

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Herr Endrich neu Wolfgang Endrich

Februar 2017  >>

Was unsere Abgeordneten von Donald Trump lernen könnten!

Seit über vier Wochen haben die USA einen neuen Präsidenten. Bereits seine Ankündigungen vor der Wahl haben die Welt aufgeschreckt. Im Folgenden sollen die zehn wichtigsten Äußerungen kritisch kommentiert werden.

1.) Man diffamiere den politischen Gegner, behaupte nachweislich falsche Angaben, wiederhole sie nur oft genug und sie werden vom Volk geglaubt.
smileno Wir Christen glauben an die zehn Gebote. Aber das neunte Gebot wird sehr oft vergessen. Es heißt: Du sollst kein falsch Zeugnis reden wider Deinen nächsten …
2.) Man wiederholt Behauptungen oder nachweislich Lügen so oft, dass sie glaubhaft erscheinen.
smileno In den sozialen Netzwerken scheint es ein Sport zu werden, Fakes (also falsche Nachrichten) zu verbreiten und sich an der katastrophalen Wirkung zu laben. Man denke nur an das angeblich entführte kleine russische Mädchen in Berlin, das von Immigranten entführt und missbraucht wurde. In Wahrheit gab es dieses Mädchen gar nicht.
3.) Man lobt den Protektionismus, verherrlicht ihn und verspricht, dass dadurch alles besser wird.
smileno Am Brexit werden wir in England die Folgen eines Brexit studieren können. Dabei vergisst man, dass die Engländer neben der Tatsache, dass sie die größten Seeräuber waren, es eine Britisch Ostindische Kompanie gab, die heftigen Handel mit Indien betrieb, und ganz erheblich zu dem Wohlstand Englands im 18. und 19. Jahrhundert führte.
4.) Man erkläre den absoluten Stopp der Einwanderung und verteufle die Einwanderung.
smileno Von den wenigen 100.000 Indianern abgesehen, besteht die gesamte Bevölkerung der USA von über 300 Millionen Menschen aus Einwanderern. Eigentlich sollte man eher sagen „Back to the roots“.
5.) Einwanderer sind eine Belastung für jedes Land, bestehen aus Kinderschändern und Frauenvergewaltiger und nehmen US Bürgern die Arbeit weg.
smileno Die Gründer von Google, Amazon, Uber und Tesla sind USA Bürger der zweiten Generation. Im Silicon Valley, einer der größten Quellen und Brutstätten neuesten technischen Know-hows, sind heute z.B. zig-tausende Mitarbeiter aus China, Indien und anderen Ländern tätig.
6.) Man beschimpfe die Juristen und die gesamte Gerichtsbarkeit und Rechtsprechung und erntet den höhnischen Applaus des Volkes.
smileno Eine moderne Demokratie funktioniert nur durch die Gewaltenteilung – das heißt Exekutive, Legislative und Judikative. Wer dies nicht akzeptiert, will auch keine Demokratie.
7.) Abschaffung des staatlichen Gesundheitswesens von Obama.
smileno Für Deutschland bleibt die herausragende Leistung von Bismarck, dass er ein Renten- und Gesundheitssystem eingeführt hat. Auch wenn die Renten und Gesundheitssysteme später durch die Politik „verschlimmbessert“ wurden, was wären wir heute ohne diese Gesetze? In USA gibt es keine Pflichtversicherung und damit Millionen Bürger, die keine Gesundheitsfürsorge haben.
8.) Man gibt vor, den Arbeitslosen wieder Arbeit beschaffen zu wollen.
smileno In Deutschland haben wir die Bundesagentur für Arbeit und die lokalen Arbeitsagenturen für Arbeitslose und als letzte große Tat von Herrn Schröder, die Agenda 2010, die zwar unbeliebt aber sehr effektiv war. Die Vereinigten Staaten von Amerika bestehen aus 50 föderalen Staaten, mit eigener Verwaltung und Gesetzgebung, die es, wie die französische, spanische, italienische und die britische Regierung versäumt haben, zielgerichtet die Arbeitslosigkeit zu beseitigen. Ein Beispiel aus Deutschland ist das Ruhrgebiet, das bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs völlig von Kohle und Stahl abhing und nach dem Krieg eine völlig neue Industriestruktur aus dem Boden stampfte.
9.) Die USA haben eine schlechte Schulbildung und Herr Trump hat zwar die Universität besucht, sich aber wohl hauptsächlich dem Baseball gewidmet, denn die Elite Universitäten der USA, die sicherlich eine ausgezeichnete Ausbildung vermitteln, hat er wohl nie von innen gesehen.
smileno Unser Schulsystem bietet dem Jugendlichen mit Grundschule, Realschule, Gemeinschaftsschule usw. hervorragende Möglichkeiten, sich nicht als Analphabet durchs Leben schlagen zu müssen. Und mit dem Dualen System Gewerbeschule und Praxis in der Industrie wohl das beste System, junge Menschen auf ihren Beruf aufs beste vorzubereiten. Es wundert mich, wieso diese Schulsysteme nicht öfters von den Regierungen dieser Welt kopiert werden.
10.) Sofortige Umsetzung der Wahlversprechen
smileyes Diese Aktivitäten von Herrn Trump haben jeden überrascht und sollten ein Vorbild für jeden Politiker sein, die Wahlversprechen auch innerhalb von vier Jahren Realität werden zu lassen und nicht vier Jahre herumzueiern, um dann doch nichts Vernünftiges zustande zu bringen (z.B. Steuerreform, Erbschaftssteuer etc.).

Was lernen wir von Herrn Trump? Das allermeiste ist zur Nachahmung nicht empfohlen. Aber was lernen wir daraus? Vor allem in den Wahlkämpfen dieses Jahres.

Mit freundlichen Grüßen

W. ENDRICH ∙ 14.02.2017

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Herr Endrich neu Wolfgang Endrich

Januar 2017  >>

Alles Gute zum neuen Jahr!

Liebe Leserinnen und Leser,

Für den Start ins neue Jahr habe ich eine – wie ich finde – sehr schöne Geschichte:

Der schwarze Punkt: .

Eines Tages kam ein Professor in die Klasse und schlug einen Überraschungstest vor. Er verteilte sogleich das Aufgabenblatt, das wie üblich mit dem Text nach unten zeigte. Dann forderte er seine Studenten auf die Seite umzudrehen und zu beginnen. Zur Überraschung aller gab es keine Fragen – nur einen schwarzen Punkt in der Mitte der Seite.

Nun erklärte der Professor folgendes: „Ich möchte Sie bitten, das auf zuschreiben, was Sie dort sehen.“

Die Schüler waren verwirrt, aber begannen mit ihrer Arbeit. Am Ende der Stunde sammelte der Professor alle Antworten ein und begann sie laut vorzulesen. Alle Schüler ohne Ausnahme hatten den schwarzen Punkt beschrieben – seine Position in der Mitte des Blattes, seine Lage im Raum, sein Größenverhältnis zum Papier etc.

Nun lächelte der Professor und sagte: „Ich wollte Ihnen eine Aufgabe zum Nachdenken geben. Niemand hat etwas über den weißen Teil des Papiers geschrieben. Jeder konzentrierte sich auf den schwarzen Punkt – und das gleiche geschieht in unserem Leben. Wir haben ein weißes Papier erhalten, um es zu nutzen und zu genießen, aber wir konzentrieren uns immer auf die dunklen Flecken.

Unser Leben ist ein Geschenk, das wir mit Liebe und Sorgfalt hüten sollten und es gibt eigentlich immer einen Grund zum Feiern – die Natur erneuert sich jeden Tag, unsere Freunde, unsere Familie, die Arbeit, die uns eine Existenz bietet, die Wunder, die wir jeden Tag sehen ...

Doch wir sind oft nur auf die dunklen Flecken konzentriert – die gesundheitlichen Probleme, der Mangel an Geld, die komplizierte Beziehung mit einem Familienmitglied, die Enttäuschung mit einem Freund, Erwartungshaltung usw.

Die dunklen Flecken sind sehr klein im Vergleich zu allem, was wir in unserem Leben haben, aber sie sind diejenigen, die unseren Geist beschäftigen und trüben.

Nehmt die schwarzen Punkte wahr, doch richten wir unsere Aufmerksamkeit mehr auf das gesamte weiße Papier und damit auf die Möglichkeiten und glücklichen Momente in Ihrem Leben und teilen Sie es mit anderen Menschen!“

In diesem Sinne wünsche ich allen ein frohes und glückliches neues Jahr mit vielen schönen Momenten!

Mit freundlichen Grüßen

W. ENDRICH

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Herr Endrich neu Wolfgang Endrich

Dezember 2016  >>

Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr!

Liebe Leserinnen und Leser,

ich möchte dieses Jahr mit Weihnachten vergleichen, wo man mehr oder minder viele schön verpackte Päckchen und Pakete bekommt und nicht weiß, was drin ist. So hat uns auch dieses Jahr einige Pakete beschert, die wir noch nicht öffnen konnten. Denken Sie nur an die noch ungelösten Fragen mit den Flüchtlingen aus Afghanistan, Syrien und und und …
Das nächste Päckchen wäre der Beschluss für den Brexit in England. Dann das nächste Paket war die Wahl von Donald Trump. Und jetzt, zum Schluss, der Rücktritt vom italienischen Ministerpräsidenten Renzi. Wie gesagt, die Pakete sind noch zu und wer weiß, was sie uns im kommenden Jahr „bescheren“ werden.

Um bei dem Vergleich mit den Paketen zu bleiben: Einige Pakete sind schon gepackt und auf dem Weg zu uns, die wir dann im kommenden Jahr erhalten werden. Nämlich die Wahlen in Frankreich und in Deutschland. Ohne unken zu wollen, oder sich in großem Pessimismus zu ergießen, es sollte uns allen bewusst sein, dass es Veränderungen geben wird:
Beim Welthandel, bei unseren Beziehungen zu den Ländern außerhalb Europas, aber auch innerhalb der EU. Das kuschelige und wärmende Deutschland, wie wir es noch vor 30, 40 Jahren kannten, wird es nicht mehr geben – auch wenn dies die AfD oder die Pegida Anhänger oder andere Bevölkerungsgruppen wünschen würden.

Ich wünsche mir und Ihnen, dass wir die Vollbeschäftigung in Deutschland halten können, dass die Konflikte in der Ukraine und in Syrien endlich beendet werden und dass die Wähler in Italien, in Frankreich und auch in Deutschland sehr sorgfältig ihre Wahlentscheidung überdenken. Eine Entscheidung aus Wut oder aus Trotz war noch nie eine gute Entscheidung.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen, liebe Leserinnen und Leser, und Ihren Familien, für das kommende Jahr alles Gute, Gesundheit und bleiben Sie entspannt.

Die Meinungsforscher haben sich bereits in diesem Jahr heftig geirrt und deshalb weiß keiner, was im kommenden Jahr passieren wird. Ich hoffe, dass es irgendwie doch gut wird.

Mit freundlichen, vorweihnachtlichen Grüßen

W. ENDRICH

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Herr Endrich neu Wolfgang Endrich

Juni 2016  >>

Alles Brexit oder was?

Liebe Leser,

wenn Sie diese Zeilen lesen, wissen Sie bereits, ob sich England zum Austritt aus der EU entschieden hat, oder verbleiben möchte. Wenn man sich für den Austritt entschieden hat, gibt es einen Verhandlungsspielraum von zwei Jahren, innerhalb dessen der Austritt besprochen und reguliert werden soll. Ob es dann vollzogen wird, ist sicherlich fraglich. Es würde aber auch weitere Begehrlichkeiten in anderen Ländern wecken, denn wenige Tage nach der Volksabstimmung in England finden Neuwahlen in Spanien statt, und dort liebäugelt man auch mit einem Austritt.

Warum kommt es jetzt zu diesen separatistischen Tendenzen? Es ist sicherlich richtig, dass man bei der Gründung der EU bei aller Euphorie über den beendeten Krieg und das unsagbare Leid, das damit verbunden war, nur noch eines wollte: Frieden. Aber dies ist jetzt 70 Jahre her und die nach 1945 Geborenen wissen gar nicht, was es bedeutet, in einem Krieg zu leben. Wir alle hatten nach Kriegsende nur einen Wunsch: Nie wieder Krieg und endlich Beendigung der Feindschaft mit unseren Nachbarn. Jahrhunderte lang gab es in Europa Kriege, Eroberungskriege, Machtgelüste der Regierenden. Aber genutzt hat es in Wirklichkeit keinem. Die kaiserlich königliche österreichische Donau-Monarchie ist von der Bildfläche verschwunden, Polen wurde mehrfach auf der Landkarte verschoben, als Russland den Ost-Teil von Polen annektierte oder Deutschland Polens westliche Gebiete. Einen wirklichen Nutzen hat keiner gezogen. Deshalb war es allerhöchste Zeit und eine Großtat von de Gaulle und Adenauer, endlich Frieden zwischen den sogenannten „Erbfeinden" zu schließen. Es entstand der Wunsch, die Vereinigten Staaten von Europa zu gründen, was nach einigen Jahren 1958 schließlich in der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft seinen Abschluss fand. 1993 wurde die EWG in Europäische Union umbenannt.

Vielleicht war man bei der Konstruktion und der Festlegung der Gemeinsamkeiten zu optimistisch bei der Annahme, man könne die Völker Europas unter einen Hut zwingen. Unsere Mentalitäten sind einfach zu unterschiedlich. Angefangen von den Sprachen bis hin zu Lebensgewohnheiten, haben wir ein buntes Gemisch von Menschen mit unterschiedlichen Lebenszielen und genereller Einstellung zum Leben. Und nun wurde in Brüssel eine Zentralregierung geschaffen, die sich gewaltig aufblähte und meinte, sie sollte alles innerhalb der EU regulieren. Das hat Hohn und Spott erzeugt, wie zum Beispiel die Normung der Krümmung von Bananen und Gurken.

Auf der anderen Seite hat sie viele Vorteile gebracht wie die Niederlassungsfreiheit und freie Berufswahl in allen Ländern, die Freizügigkeit des Reisens, den gemeinsamen Markt und schließlich die gemeinsame Währung, den Euro. Deutschland hat z.B. große jährliche Zahlungen an die EU geleistet, mit denen in schwächeren Ländern der Aufbau von Straßen und Infrastruktur-Maßnahmen finanziert wurden. Es wurde eine Solidargemeinschaft geschaffen, die heute der jüngeren Generation nicht verständlich genug ist. Warum sollen wir mit unserem Geld spanische Banken retten usw.?

In den einzelnen Ländern haben sich nationalistische Tendenzen in Parteigründungen gebildet, die die Vereinheitlichung Europas nicht mehr akzeptieren. Die Spitzen dieser Parteien haben es abgelehnt, die Regulierungswut aus Brüssel zu akzeptieren und dem Volk eine eigene Parteipolitik gepredigt, die völlig konträr zu der Politik des EU Parlamentes verläuft. Es sind vor allem die sozialen Aspekte, die uns heute auseinander dividieren. Zum Beispiel die wöchentliche Arbeitszeit, der Arbeitslohn, Kündigungsschutz usw. Dass die Welt von 2016 eine andere ist als die von 1945, hat man vielfach vergessen, und die vielen Vorteile der EU nimmt man als selbstverständlich an. Vor allem die südeuropäischen Staaten haben ihre Ausgaben unmäßig erhöht, um ihren Völkern soziale Leistungen zu geben, die sie nicht mehr finanzieren können, aber für Wählerstimmen nützlich waren. Man hat völlig übersehen, dass wir alle im 21. Jahrhundert von dem freien Handel leben. Deutschland ist in Folge seiner starken Industrie zu einem immer stärkeren Industriestaat aufgestiegen, was sicherlich auch der Disziplin unserer Politiker und Gewerkschaften zu verdanken ist. Aber unsere Nachbarn (Italien, Spanien, Frankreich) haben leider in dieser Hinsicht nicht mitgezogen und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in ihren Ländern der Neuzeit, dem Welthandel und der internationalen Konkurrenz nicht angepasst.

Deutschland lebt vom Export! Unser Wohlstand begründet sich in dem gewaltigen Export, den wir jährlich realisieren, der aber nur möglich ist, weil wir bereits mit der Schulbildung und der Ausbildung von Jugendlichen weltweite Maßstäbe gesetzt haben. Anders kann man die sozialen Unterschiede unserer Nachbarländer und die hohe Jugendarbeitslosigkeit in Italien, Spanien, Frankreich nicht erklären. Es wurde viel versäumt. Leider wurde den Menschen dieser Länder nicht vermittelt, dass sozialer Wohlstand nur mit harter Arbeit verbunden ist.

Vielleicht wären diese Brexit-Tendenzen Anlass für die Politiker aller Länder nachzudenken, ob man jenseits parteipolitischer Interessen nicht versuchen sollte, aus Europa doch noch eine echte Wirtschaftsgemeinschaft zu formen. Ein weiterwursteln wie bisher hat keine Zukunft und führt zum sozialen Abstieg dieser Länder.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr W. Endrich

Elektronik-Leserwahl: "Distributor des Jahres 2016"

Zum 10. Male ruft die Fachzeitschrift Elektronik ihre Leser zur Wahl „Distributor des Jahres" auf. In Zusammenarbeit mit dem FBDi wurden in diesem Jahr die Kategorien überarbeitet und erweitert, um sie an die Trends der letzten Jahre - z. B. Industrie 4.0 oder Internet der Dinge - anzupassen.

Wer hat die beste Auswahl, wer den besten Service? Bewerten Sie Ihre Handels- und Logistikpartner. Geben Sie Ihre fachkundige Meinung bis zum 22. Juli 2016 ab!

Wir würden uns freuen, wenn Sie an dieser Wahl teilnehmen und Ihre Erfahrungen mit uns beurteilen würden. Wählen Sie Ihren Spitzenreiter und gewinnen Sie attraktive Preise!

Alles Weitere erfahren Sie über diese Internetadresse: www.elektroniknet.de/distribution/sonstiges/artikel/130499

Vielen Dank!

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Manager des Jahres 2016 Dr. Christiane Endrich, Geschäftsführerin

Mai 2016  >>

Idealismus gegen Realismus

Der deutsche Blätterwald ist derzeit voller Vorschläge, was unsere Regierung, vor allem Frau Merkel, zu tun und zu lassen hat. Soll Frau Merkel auf den Tisch hauen und ein energisches NEIN verkünden oder versuchen das Problem diplomatisch zu lösen.

Zeitungsumfragen in der Bevölkerung fordern ein energisches Vorgehen, zum Beispiel in dem Fall Erdogan gegen Jan Böhmermann, oder beim Zustrom von Flüchtlingen aus Syrien. Hätte man die Grenzen aus moralischen Gründen offen lassen sollen, oder sollte man das Schließen der Grenzen und damit den Zustrom von Flüchtlingen abstoppen für gut befinden? Wie fühlen wir uns, wenn wir im Fernsehen sehen, wie Tauschende von Flüchtlingen in schlammigen Lagern und bei Kälte in Griechenland oder Moldawien dahinvegetieren. Soll man auf des Volkes Stimme hören oder rein rational Entscheidungen treffen? 

Die Frage, ob die Regierung richtig entschieden hat oder falsch, beantwortet sich erst sehr viel später.

Gehen wir in die Geschichte zurück, so gibt es Fälle, wo Regierende falsch entschieden haben und im guten Glauben handelten, das Richtige zu tun. Ein historisches Beispiel ist zum Beispiel das Münchner Abkommen vom September 1938, wo die Kanzler und Präsidenten von England, Frankreich und Italien zugelassen haben, dass Hitler das Sudetenland annektiert. Und nur aus dem Grund, den Frieden zu bewahren. Ein energisches NEIN hätte vielleicht den Zweiten Weltkrieg verhindert. Beispiele aus der Neuzeit ist der Appell von Frau Merkel während der Wirtschaftskrise anlässlich der Lehmann Bank Pleite, dass die Sparguthaben sicher sind, wodurch sie einen Sturm auf die Banken verhindert hat, oder die Einführung der Hartz IV Gesetzgebung durch Kanzler Schröder, wodurch langfristig die Arbeitslosenzahlen in Deutschland sprunghaft zurück gegangen sind. Es waren jeweils mutige Entscheidungen, die von der Bevölkerung nicht immer mit Begeisterung akzeptiert wurden. Die SPD leidet heute noch unter dieser mutigen Entscheidung, obwohl sie für die deutsche Wirtschaft sicherlich die beste Entscheidung war. Oder nach dem Reaktorunglück in Japan die Entscheidung von Frau Merkel zur Energiewende. Alle diese Entscheidungen waren eine neue Form der Realpolitik, die sich positiv auf unsere Volkswirtschaft ausgewirkt hat. Es gibt aber auch genug Beispiele, wo man besser nicht auf den Volkswillen gehört hätte, zum Beispiel die Senkung des Rentenalters auf 63 Jahre.

Wir brauchen eine neue Form der Realpolitik, die sich an den wirtschaftlichen und politischen Gegebenheiten flexibel orientiert. Wie will Deutschland sonst ernsthaft in dieser multiplen Krisenwelt weiterkommen? Dabei muss man den Mut haben, auch Entscheidungen gegen die sogenannte „VOX Populi" zu entscheiden und einen gesunden Realismus zeigen.

Was haben uns die Strafmaßnahme gegen Russland gebracht? Nur Schaden für die Wirtschaft und die Bevölkerung auf beiden Seiten.

Wir werden lernen müssen, dass man Despoten und totalitäre Regime nicht nach unserem Wunsch umfunktionieren kann. Man sollte viel eher die Vorschläge von Egon Bahr befolgen, der sagte: „Wandel durch Handel".

Damit lassen sich Menschenrechtssituationen effektiver zum Positiven verändern, indem sie Leistungen bereitstellen, die die Lebensbedingungen verbessern und unseren westlichen Standards annähern. Gefragt ist eine diskrete Regierungsarbeit. Zu wünschen wäre ein ethischer Realismus in der deutschen Außenpolitik und Außenwirtschaftspolitik, bei dem wir aber unsere Entscheidungsfreiheit behalten und nicht in Prinzipienreiterei verfallen und dass wir den Kopf nicht vor Diktaturen senken, ihn aber auch nicht zu hoch tragen und unsere Werte nicht zum allein gültigen Wertmaßstab erheben.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr W. Endrich

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Herr Endrich neu Wolfgang Endrich

April 2016  >>

AfD und was sie wollen

Die Wahlen in Deutschland sind vorbei. Bis zur Bundestagswahl ist es noch über ein Jahr – noch genügend Zeit, sich mit den Zielen und Wünschen der AfD zu beschäftigen.

Wenn man das Wahlprogramm der AfD für die Region Calw/Freudenstadt zur Landtagswahl hernimmt, was ich getan habe, dann wird man das Gefühl nicht los, dass man mit der Gießkanne übers Land geht und jeder Pflanze einen Tropfen Wasser gibt oder, mit anderen Worten, man hört sich an den Stammtischen herum, was denn so gewünscht und gefragt wird. Denn es gibt für jeden etwas, dem er zustimmen kann. Z.B. die Polizei stärken, den Extremismus bekämpfen, Gängelung der Autofahrer beenden, Bau von Windkraftanlagen in dicht besiedelten Gebieten beenden, Pragmatismus statt Ideologie – keine CO2-Minderungspolitik, Rundfunkgesetzgebung reformieren, Pflichtbeiträge abschaffen, Verrohung bei Jugendlichen wirksam entgegentreten, Fairness gegenüber unseren Landwirten zeigen. Insgesamt 106 Forderungen zur Bildung, zur Familie, zur Wirtschaft, zum ländlichen Raum, zur Infrastruktur/Energie, zur inneren Sicherheit, zur Asylzuwanderung und direkte Demokratie und Datenschutz.

das gibt es ja bereits" und bei manchen man wirklich die Stirn runzeln muss.

Vor wenigen Wochen hat man in drei Bundesländern gewählt. Und die AfD hat ganz erstaunliche Ergebnisse erzielt. Deshalb fällt es mir bei diesen Forderungen so schwer, den Wählerwillen zu verstehen. Waren es die sogenannten Wutbürger, die hier ihren Frust abgeladen haben? Oder die ewig Gestrigen? Oder der Normalbürger, der sich sagt, naja, probieren wir es mal mit denen? Abwechslung kann nicht schaden!

Nun sollte man jede Wahlentscheidung ernst nehmen. Aber man sollte Fragen stellen, in diesem Falle: man MUSS Fragen stellen.

Den Anfang machte der Herr Lucke mit einigen Professoren, die gegen die Einführung des Euro waren, gegen die Politik der Bundesbank und der Europäischen Zentralbank unter Herrn Draghi, weil ihm die ganze Richtung, die unsere Politik in den letzten Jahren eingeschlagen hatte, so gar nicht passte. Man bemühte den Bundesgerichtshof und andere juristische Institutionen, hatte aber keinen allzu großen Erfolg. Ob die Herren mit ihrer Meinung damals Recht hatten, sei dahingestellt. Der Großteil unserer Bevölkerung ist sicherlich dafür, dass man ohne Grenzen und ohne Beschaffung von Auslandsdevisen über die Grenzen ins benachbarte Ausland fahren kann. Handel und Wirtschaft freuen sich, dass man problemlos exportieren kann und damit Wohlstand und Beschäftigung in Deutschland auf nie erwartete Höhen treiben kann. Aber es gibt Menschen, die entweder aus Prinzip oder aus sonstigen Gründen dagegen sind, weil sie eine andere Vorstellung von der Welt haben.

Dies änderte sich erst, als es zur Spaltung der AfD kam und Herr Lucke mit seinen Freunden aus der AfD austrat - oder ausgetreten wurde? Und sofort änderte sich der Ton dieser Partei. Denn zwei junge, ehrgeizige Frauen, Frau Petry und Frau von Storch, hatten das Kommando übernommen und entschieden nun, was recht und was nicht recht ist. Die eine sagt, man soll an der Grenze auf Flüchtlinge schießen, die andere versucht es abzuschwächen. In den letzten Tagen bekämpft man den Islam und erklärt ihn als politische Kraft, nicht als Religion, und im Übrigen sei der Islam nicht verfassungskonform. Eine der beiden Damen erklärt diesen Unsinn und die andere versucht dann zurückzurudern oder abzuschwächen. Die vielfältigen Äußerungen der beiden Damen zeigen ein für mich wirres Bild von der Zukunft, wie man es sich vorstellt. Dabei habe ich das Gefühl, dass man die Zeit am liebsten in die 50-er Jahre zurückdrehen würde, wobei das Wort „Familie" ganz besonders hoch gehalten wird, die Frauen möglichst zurück an den Herd sollen, es keine Zuwanderung nach Deutschland gab und man sich am besten von ganz Europa abschotten würde. Hierzu ein Zitat aus dem Handelsblatt vom 23. März 2016, Seite 14: „Im Leitantrag für ihr Programm zeichnet die AfD einen Nationalstaat, der sich zum großen Teil selbst genügt, mit anderen Europäern nur ein wenig Handel treibt, sich aber sonst eher vor der Welt verschließt. Natürlich wollen sie exportieren. Aber Freihandel will man doch lieber nicht. Deshalb brauche man auch keine Währungsunion, sondern wieder die gute, alte D-Mark."

Nun sind die beiden Damen hochgebildete Akademikerinnen, die eine Juristin, die andere Chemikerin, so dass man eine gewisse Allgemeinbildung durchaus voraussetzen kann. Beide haben völlig übersehen, dass wir heute in einer globalisierten Welt leben und gerade wir Deutsche daraus sehr viele Vorteile ziehen – sonst hätten wir keine so hohen Exporte in alle Länder dieser Welt, keine so niedrige Arbeitslosigkeit und der Wohlstand würde es nicht erlauben, zum Weltmeister im Tourismus zu werden. Man übersieht wohlweislich, dass ein wachsender Wohlstand ohne offene Volkswirtschaft gar nicht mehr möglich wäre. Man bekommt das Gefühl, dass die AfD eine Sehnsucht schürt nach überschaubaren Verhältnissen, und sie möglichst keine Veränderungen tolerieren muss. Mit anderen Worten: die reine „Kirchturm-Politik".

Mit Volksabstimmungen will man den Großen da oben zeigen, was das Volk will, ohne zu berücksichtigen, welche Meinungsmacht heute die Presse hat. Die Meinung der Bildzeitung bestimmt die Meinung des Volkes. Aber welche Verantwortung wir heute als eine der führenden Wirtschaftsnationen den anderen Nationen gegenüber haben, wird völlig übersehen.

Ich frage mich wirklich, ob die Wähler wussten, was sie hier gewählt haben und ob Frau Petry und Frau von Storch wissen, welchen Unsinn sie hier von sich geben? Schön wäre, sie könnten wenigstens für eine Woche im Büro von Frau Merkel sitzen und mitbekommen, was so auf unserer Erdkugel alles passiert!

Selbstkritisch müssen wir uns fragen, ob wir es versäumt haben, unseren demokratischen Parteien, die wir sonst wählen, also CDU, CSU, SPD, FDP und Grüne, unsere Wünsche und unsere Bedenken zu artikulieren und es nicht Möchtegern-Politikerinnen überlassen, sich mit immer neuen Forderungen und abstrusen Wünschen zu profilieren. Und unsere Politiker haben es vielfach versäumt, dem Volk zu erklären, warum und wieso manche Entscheidung getroffen wurde und warum sie notwendig ist. Es besteht eine riesige Kluft zwischen den Wahlbürgern und den Parlamentariern und der Regierung. Sollten wir nicht alle daran arbeiten, diese Kluft zu überwinden und entschlossen und mutig die anstehenden Probleme gemeinsam zu bewältigen, ohne durch Scharfmacher eine Vogel-Strauss-Politik zu betreiben, nur damit man die wirklichen Verhältnisse und Geschehnisse in unserer Welt nicht zur Kenntnis nehmen muss? Ist es die Angst vor der Zukunft?

Eines ist jedenfalls für mich sicher: Die Politik der beiden Damen und ihrer ehrgeizigen Anhänger wird nicht zum Wohle von Deutschland sein. Ich vermisse ein klares Bekenntnis zu unserem Grundgesetz und den Bestrebungen von Adenauer bis Merkel ein gemeinsames Europa zu schaffen, auch wenn es jetzt in der Flüchtlingsfrage gerade keine Einigkeit zeigt. Wie schön ist es, seit 70 Jahren in Frieden mit unseren Nachbarn zu leben, zum Teil ein Vorbild zu sein, wie man es besser machen kann und vor allem in die Staatengemeinschaft der EU eingebettet zu sein? Denn Deutschland hat nur 80 Millionen Einwohner mit sinkender Tendenz und die EU 320 Millionen. Aber die Weltbevölkerung bereits 4 Milliarden. Und wie wollen wir den wirtschaftlichen Druck dieser Giganten gegen unser kleines Volk erfolgreich abwehren?

AfD heißt für mich nicht Alternative für Deutschland sondern „Armut für Deutschland" – oder wie sagte der schwäbische Dichter Gerhard Raff „Herr, schmeiß Hirn ra!".

Mit freundlichen Grüßen

Ihr W. Endrich

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Herr Endrich neu Wolfgang Endrich

März 2016  >>

Wer zuerst kommt, gewinnt!

Wer in unserer schnelllebigen Zeit Erfolg haben will, der muss auf der Wellenhöhe mitschwimmen und nicht im Wellental.

Die Industriegeschichte unseres Landes hat, nach dem Kriege viele Firmen von kleinen Anfängen zu extremer Größe wachsen sehen. Denken wir an die Firma Grundig, an die ganze Rundfunk- und Fernseh-Industrie und die Fotoindustrie. Auch internationale Konzerne, wie Microsoft, IBM, Nokia und HP haben wir auf einsamen Höhen gefeiert und jetzt sind alle leider ins Tal hinabgerutscht.

Gründe dafür sind nicht die hohen Arbeitskosten, die Gewerkschaften und andere Institutionen, sondern dass das Management den Trend der Zeit verschlafen hat. Da hilft es gar nichts, wenn man die Lieferanten bis aufs Blut knebelt, um noch bessere Preise herauszudrücken, oder schnell Fertigungsstätten in Osteuropa oder China eröffnet.

Hier ist das Management gefordert, um Trends zu erkennen, aus deutschen und internationalen Zeitschriften, auf Messen, evtl. Kongressen – dort, wo der Wettbewerb seine Neuheiten vorstellt oder Zukunftstrends besprochen werden. Ein gutes Beispiel fand ich kürzlich in einer Zeitschrift von der Firma Hekatron, die einen Prospekt unter der Überschrift „Flüchtlingsunterkünfte" herausgebracht hat und damit alle Produkte des Hauses anbietet, nämlich den Schutz der Wohnheime von Flüchtlingen durch Fernsehkameras, Brandmelder, Bewegungsmelder usw. um zu verhindern, dass diese Unterkünfte bereits vor dem Bezug abgefackelt werden. Das nenne ich Weitsicht und Gespür für die Zukunft. Damit möchte ich den alten Spruch „ITT = international traveling and talking" abwandeln in „ITL – nämlich international looking" oder einfach BENCHMARKING – über den Zaun des Nachbarn schauen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr W. Endrich

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Herr Endrich Wolfgang Endrich

Februar 2016  >>

Alte Sünden verjähren nicht

Es gibt eine alte Management-Weisheit: Fehler des Managements wirken sich erst nach Jahren aus und rächen sich dann bitterlich. Es gibt viele Beispiele, wo sich Fehler schrecklich gerächt haben, denken wir nur an die Drogeriekette Schlecker. Ich meine in diesem Zusammenhang aber die vielen Fehler, die die Bundesrepublik Deutschland im Hinblick auf ihre Beziehungen zu befreundeten Ländern, vor allem unterentwickelten Ländern, in den letzten Jahrzehnten begangen hat. Wir haben einen Entwicklungshilfeminister, der seit vielen Jahrzehnten in der Welt herumreist, Entwicklungshilfen verspricht, aber auch Stahlwerke in Afrikanische Länder vermittelt hat. Und wir haben in fast allen Ländern dieser Erde diplomatische Vertretungen, die zwar in der Lage sind, schöne Parties zu schmeißen, aber offensichtlich nicht in der Lage waren, den Bundestagsabgeordneten, die auf ihren Lustreisen in der Welt herumkurven, die Probleme der einzelnen Länder wirkungsvoll zu schildern.

Wir sind eine der stärksten Wirtschaftsnationen dieser Welt. Wir haben es aber offensichtlich nicht verstanden, anderen, unterentwickelten, Ländern zu vermitteln, was man tun kann, um ebenfalls zu Wohlstand mit einer funktionierenden Wirtschaft und Verwaltung zu kommen. Und diese Versäumnisse haben wir jetzt schmerzhaft zu spüren bekommen. Hunderttausende von Flüchtlingen haben uns im letzten Jahr überschwemmt. Mit weiteren Menschenströmen ist zu rechnen. Und dies, weil sie durch die modernen Formen der Telekommunikation, sprich Handys und Internet, zum ersten Mal und bildhaft Kenntnis davon bekommen haben, wie „gut“ es uns geht und in welchem Wohlstand wir leben. Dies führt ganz selbstverständlich zu einer Begehrlichkeit und dem Wunsch, nach Deutschland zu gehen, sich Arbeit zu suchen und aus den ärmlichen Verhältnissen herauszukommen. Denken wir vorrangig an die Länder des früheren Ostblocks.

Jahrzehnte lang haben die Kommissare der EU verhandelt und geprüft, wie sie diese Länder in die EU einreihen können. Aus der Presse weiß ich nur, dass man in Rumänien die Regierung aufgefordert hat, die Korruption zu bekämpfen. Aber was hat man wirklich an Beratungsarbeit getan? Dass z.B. die beliebte Vetternwirtschaft ausgetrocknet wird und den Verantwortlichen, angefangen von den Präsidenten – trotz ihrer allgemeinen Unfähigkeit klargemacht wird, dass wesentliche Änderungen von Gesetzen, Schulausbildung usw. herbeigeführt werden müssen. Und als sie dann schlussendlich Mitglied der EU wurden, hat man sie vollgepumpt mit Geld, hat desinteressiert zugesehen, wie sich die Staatsverschuldung erhöht hat und EU-Gelder in dunklen Kanälen versickert sind. Deutschland hat viele fähige Beamte und Gott sei Dank, seit Bismarcks Zeiten, eine vernünftige, funktionierende Verwaltung aufgebaut. Wir haben ein duales Bildungssystem, wir haben eine effektive Finanzverwaltung, Sozialversicherungen und einen funktionierenden Beamtenapparat. Natürlich ist dieser zu groß, zu langsam und in vielen Fällen nicht effektiv genug, aber trotzdem – es sind die Strukturen da, mit denen Deutschland es geschafft hat, nach dem Krieg und der totalen Zerstörung wieder auf die Füße zu kommen und zu ihrer heutigen Stärke zu gelangen.

Leider haben die verantwortlichen Politiker aller Regierungen und Parteien versäumt, einmal nachzudenken, was passiert, wenn dieses extreme Wohlstandsgefälle immer größer und größer wird. Weil die Machthaber dieser Länder es auf Grund ihrer Machtspiele leider versäumt haben, sich mit der Wirklichkeit zu befassen, nämlich mit der Bevölkerung, und den wachsenden Bevölkerungszahlen und dem Anstieg der Jugendlichen Rechnung zu tragen, denn dann hätte man sehr wohl zu dem Schluss kommen können, dass dieses Fass eines Tages überläuft und zu einer Fluchtbewegung Richtung Deutschland führt – und dies ohne Kriege. Wenn heute eine deutsche Firma in Griechenland oder in Ostblock-Ländern eine Niederlassung gründen will, dann ist der Verwaltungsaufwand riesig. Selbst unsere Firma durfte erfahren, welcher Papierkrieg zu bewältigen ist, nur um eine lächerliche Vertriebsniederlassung zu gründen.

Schauen wir uns nur in den Mittelmeer-Anrainerstaaten an (Algerien, Marokko, Tunesien usw.), wohin die kontinuierliche Misswirtschaft geführt hat. Es ist kein Wunder, dass die Jugend in diesen Ländern im „Arabischen Frühling“ aufbegehrte, weil man in Zeiten der Telekommunikation und des Smartphones davon Kenntnis erlangt hat, wie gut es sich in Deutschland leben lassen würde.

Wir haben es versäumt, ein richtiges Bild von Deutschland im Ausland zu zeichnen, nämlich dass es auch hier noch viele Arme und Bedürftige gibt, die sich in unserer Wohlstandsgesellschaft allerdings verstecken und deshalb nicht in Erscheinung treten, beispielsweise in Berlin und anderen Städten, mit ihren Armenküchen, wo man Lebensmittel von den Händlern erbettelt, um diese kostenlos an Bedürftige abgeben zu können oder diesen wenigstens eine warme Mahlzeit am Tag zu spendieren. Es wäre meiner Meinung nach leicht gewesen, durch Beratungen, Hilfestellung beim Aufbau von Gewerbeschulen, Kleinbetrieben und Krankenhäusern eine Infrastruktur zu entwickeln, die der Bevölkerung Brot und Arbeit geben kann.

Ein einfaches Beispiel ist die Türkei, als man in den Jahren um 1960 zigtausende von Arbeitskräften nach Deutschland „importierte“, ohne daran zu denken, dass diese Arbeiter ja auch eine Familie haben und selbstverständlich mit ihrer Familie zusammenleben möchten. Erinnern wir uns an die Sonderzüge, die zu Weihnachten und Ostern prall gefüllt nach Italien oder Spanien unterwegs waren, weil hier die Entfernungen noch nicht so groß waren. Aber in die Türkei? Es gab den sogenannten „Autoput“, die Straße, auf der Tausende mit überladenen Pkws über die Feiertage zurück in die Türkei gefahren sind, aber trotzdem den Wunsch nach einer endgültigen Familienzusammenführung hatten. Die Gastarbeiter waren zwar wohlgelitten, um hier die Drecksarbeit zu leisten, aber die Familien, die nach und nach nach Deutschland kamen, wurden kaum integriert und die Angehörigen der ersten Generation sprechen heute oftmals noch kein Deutsch. Das gleiche passierte mit den Russlanddeutschen. Diese Versäumnisse der Bundesregierung und der Länderregierungen haben sich bitterlich gerächt. Es lebe der „Föderalismus“! Wir haben Parallelgesellschaften geschaffen, von denen wir bis heute kaum Kenntnis genommen haben.

Und so, wie wir in den vergangenen Jahrzehnten in Deutschland die echte Situation nicht zur Kenntnis genommen haben oder zur Kenntnis nehmen wollten, wird es wohl weitergehen. Eine Begrenzung auf 200.000 Einwanderer, wie dies Herr Seehofer will, Stacheldrahtzäune um die Länder ziehen, ist nach meiner Meinung wirklich ein Witz. Wir alle haben gejubelt, als wir die Mauer in Berlin weg hatten. Damals hat die DDR verhindert, dass 20 Millionen Deutsche vielleicht nach Westdeutschland kommen. Aber die Zigmillionen, die in Europa ihre wirtschaftliche Situation verbessern wollen und an den Grenzen stehen, jetzt durch Stacheldrahtzäune davon abhalten zu wollen, ist wirklich lächerlich. Wo bleibt bloß der Sachverstand unserer Regierenden? Wir haben zu viele Juristen in der Verwaltung, die nur über Gesetze nachdenken können, aber die wirtschaftlichen Zusammenhänge langfristig leider gar nicht überblicken oder überblicken wollen. Als die EU unter Führung der deutschen Regierung in dem kleinen Griechenland einigermaßen vernünftige Verhältnisse herstellen wollte, wurden wir als Nazi-Deutschland und Frau Merkel in SS-Uniform in den Zeitschriften verunglimpft. Und so wird es weitergehen und der Zustrom aus den Südländern, einschließlich Afrika, wird anhalten, wenn wir nicht endlich beginnen, „gutwilligen“ Ländern zu helfen (aber nicht als Schulmeister) ihre Strukturen zu verändern und die Regierungen, die keine Begeisterung zeigen, durch geeignete Maßnahmen zu zwingen, Veränderungen in ihren Ländern herbeizuführen, damit der Wunsch nach Auswanderung überhaupt gar nicht entsteht. Warum ging es so schnell, Sanktionen gegen Russland zu verhängen, als Herr Putin die Krim okkupierte?

In dieser Hinsicht habe ich nur einen Wunsch in diesem Jahr – dass unsere Regierenden endlich mit dem kleinkarierten Parteiengezänk aufhören und beginnen nachzudenken, wie die Welt im Jahre 2020 oder später aussehen könnte, ohne dass es noch nötig wird, dass Flüchtlinge versuchen, über unsere Grenzen zu stürmen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr W. Endrich

In eigener Sache: In der Zeit zwischen dem 8. Februar bis zum 8. April wird die Zeitschrift „Elektronik Journal“ eine Wahl des „Managers 2015“ im Bereich Mittelständische Distributoren durchführen. Wir haben unsere Geschäftsführerin, Frau Dr. Christiane Endrich, nominiert und würden uns freuen, wenn Sie an dieser Wahl teilnehmen würden unter www.elektroniknet.de/mdj . Alles weitere erfahren Sie über diese Internetadresse.

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Herr Endrich Wolfgang Endrich

Januar 2016  >>

Liebe Leserinnen und Leser,

ja, es gibt mich noch! Auf Grund von zahlreichen Zuschriften zu meinem letzten Leitartikel möchte ich auch im Jahr 2016 versuchen, das Zeitgeschehen aus meiner Sicht zu kommentieren.

Zu allererst aber wünsche ich Ihnen für das ganze Jahr 2016 von Herzen alles Gute und Gesundheit, Mut und Durchsetzungswillen. 

Und damit wäre man zum Jahresanfang bereits im politischen Bereich. Um das Maß der Dinge voll zu machen, haben jetzt auch noch der Iran und Saudi Arabien, aus angeblich religiösen Gründen, alte Streitigkeiten aufgenommen, die aus dem Jahre 700 rühren, als es um die Nachfolge des Propheten Mohammed ging und der eigentliche Nachfolger, ein Schwiegersohn von Mohammed, von einer Gruppe getötet wurde. Seither gibt es im Islam zwei Gruppen: Sunniten und Schiiten. Im Iran wird mehr der schiitische Glaube gepflegt, im Irak, in Saudi Arabien und Syrien der sunnitische. Um die Sache so richtig anzuheizen, hat deshalb der saudische König zuerst einmal einen iranischen, also schiitischen, Prediger enthaupten lassen, weil er angeblich kritische Äußerungen über die saudische Herrschaft geäußert hat. In Wirklichkeit geht es um die Vorherrschaft in diesem Gebiet und man muss befürchten, dass der Konflikt nicht auf diplomatischem Wege geschlichtet werden kann, sondern leider zur Waffe gegriffen wird. Und dann kann man darauf warten, bis die ersten Flüchtlinge wieder bei uns Zuflucht und Asyl suchen. Aber vorerst profitieren wir noch von den niedrigen Ölpreisen, mit denen Saudi Arabien den Irak vom Ölmarkt fernhalten will. 

Das zweite große Thema Asylanten/Kriegsflüchtlinge oder wie man sie bezeichnen will, hat uns auch über die Feiertage in Deutschland heftig beschäftigt. Der Zustrom wurde geringer, hat aber nicht aufgehört. Politiker versuchen nun mit Zahlen zu jonglieren, wie viele Asylsuchende, oder Flüchtlinge, man in Deutschland integrieren könnte. Zu diesem Thema fand ich in der Tagespresse eine interessante Zahl: Der BDI, Bundesverband der Deutschen Industrie, nannte eine Zahl von 600.000 offene Stellen, in die man Flüchtlinge integrieren könnte. Das Hauptproblem besteht wohl in den fehlenden Sprachkenntnissen. Hierzu fand ich noch eine interessante Zahl, und zwar aus Baden-Württemberg: Hier hatten zum 31. August 2015 rund 40.000 Jugendliche einen Ausbildungsvertrag abgeschlossen. Trotzdem konnten die Baden-Württembergischen Unternehmen mehr als ein Drittel der ausgeschriebenen Lehrstellen nicht besetzen. Ganz dringend sucht man Auszubildende im Gastgewerbe, im Bäckerei- und Metzgereigewerbe und im Handwerk. Aber auch im Handel blieben sehr viele Stellen unbesetzt. Wie viele offene Lehrstellen mögen es deshalb im Bundesgebiet sein?

Nachdem auch viele Asylsuchende im jugendlichen Alter von 18 bis 25 Zuflucht suchen, wäre es doch sicherlich eine vernünftige Maßnahme, diese Stellen vorrangig mit jungen Asylsuchenden zu besetzen. „Sprache lernen durch Arbeit“ könnte die Devise sein – wären da bloß nicht die zahlreichen administrativen Hindernisse. Am Anfang gilt zunächst ein generelles Arbeitsverbot. Ab dem vierten Monat dürfen Asylbewerber nur arbeiten, wenn eine sogenannte „Vorrangprüfung“ der Arbeitsverwaltung ergeben hat, dass sich für den Job kein Deutscher oder EU Bürger findet. Erst ab dem 15. Monat entfällt dieser „nachrangige Arbeitsmarktzugang“ wie es im Behördendeutsch heißt. Vielleicht wäre es wirklich an der Zeit, dass die Verwaltung über ihren Schatten springt und kurzfristig jungen Asylsuchenden diese Ausbildungsmöglichkeiten anbietet. Damit wären manche Konflikte in den Asylantenheimen von selbst gelöst, und sollten sie eines Tages wieder zurück in ihre Heimat gehen, hätten sie einen soliden Beruf erlernt!

Zu den Silvester-Unruhen am Kölner Hauptbahnhof fällt mir nur eine Frage ein: Warum kann man nicht ein generelles Alkoholverbot für Asylsuchende verhängen? Soweit mir bekannt, ist im Islam der Alkoholgenuss streng verboten. An Tankstellen, Märkten und anderen Handelsstätten, müsste man sich von den Alkohol Kaufenden den Ausweis zeigen lassen. Bei deutschen Jugendlichen unter 18 wird es ja auch gefordert. Ferner könnte man die wichtigsten Paragraphen des Grundgesetzes, sowie generelle Verhaltensregeln bundesweit in einem Merkblatt in den arabischen Sprachen erstellen und den neueintreffenden Flüchtlingen zur Kenntnis bringen. In ihrer Heimat waren sie im Schutz, aber auch unter der Beobachtung ihrer Familie und hätten sicherlich nicht gewagt, Frauen oder Mädchen anzugreifen oder unsittlich zu belästigen. Zumindest Prügelstrafen der Verwandten wären die sofortige Konsequenz gewesen. Nachdem die Bekleidung unserer Damenwelt hier im Westen etwas freizügiger ist, wäre es dringend notwendig, allen männlichen Flüchtlingen klar zu machen, dass es sich nicht um Freiwild und Prostituierte handelt, sondern dass dieses unsere Lebensart ist, der man sich unterzuordnen hat. Der Kulturschock den jeder bekommt, sobald er in unserem Land eintrifft, ist sicherlich sehr groß, aber es sollte doch möglich sein, jedem, der lesen und schreiben kann, klarzumachen, dass er hier Sitten und Gebräuche zu beachten hat, und dass wir seinen Aufenthalt bei uns nur bei Beachtung dieser Vorschriften und Gebräuche garantieren können. Und für die Analphabeten wäre es eine gute Gelegenheit, Schreiben und Lesen zu lernen!

Herzlichst,

Ihr W. Endrich

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Herr Endrich Wolfgang Endrich

Dezember 2015  >>

Das Jahr 2015 – ein Jahr, auf das ich gerne verzichtet hätte

Liebe Leserinnen und Leser,

dieses Jahr 2015 war für uns leider durch Katastrophen gekennzeichnet. Es fing damit an, dass am 07. Januar mein Schwiegersohn, Herr Dr. Mathias Würth, plötzlich und unerwartet verstorben ist und meine Tochter, Frau Dr. Christiane Endrich, mit zwei unmündigen Söhnen, Gesellschafterin und Geschäftsführerin unserer Firma, plötzlich alleine dastand.

Ein Aufgeben in dieser Situation stand außer Frage. Aber wie sollten wir das Problem, d.h., meine Tochter, zuständig für den Vertrieb und meine Frau als Finanzdirektorin, die Firma weiterführen? Ich selbst war seit 5 Jahren aus der Geschäftsführung ausgeschieden. Nach einer längeren und intensiven Suche nach einem neuen technischen Kopf für unsere Firma fanden wir Herrn Dipl.-Ing. Martin Kuntzer, der am 01. Oktober in unsere Firma eintrat und damit als der technische Kopf diese schmerzliche Lücke wieder aufgefüllt hat.

Aber es war nicht nur das persönliche Schicksal, das unsere Firma und unsere Familie sehr unerwartet getroffen hat. Denken Sie nur an die Schlagzeilen in den Zeitungen in Hinblick auf die Griechenland- Krise. Unser Volk war gespalten in Befürworter, weitere Milliarden nach Griechenland zu schicken oder Griechenland aus der EU zu verabschieden. Dank Frau Merkel und ihrer Mannschaft hat man letztendlich eine Lösung gefunden, die mit mehr oder weniger Abstrichen derzeit zu funktionieren scheint.

Kaum hatten sich hier im Blätterwald die Wogen geglättet, kamen immer mehr Flüchtlinge aus Syrien und Afghanistan und im Schlepptau auch Flüchtlinge aus Serbien, Kroatien und Albanien in immer größeren Zahlen nach Deutschland, um dort um Asyl zu bitten, einen sicheren Unterschlupf vor dem Bombenterror in Syrien zu finden, aber sicherlich auch um letztendlich Brot und Arbeit hier in Deutschland zu finden.

Nun hatten wir schon mehrere Einwanderungswellen in Deutschland zu verzeichnen, allerdings aus ganz anderen Gründen – denken wir nur an die vielen Einwanderer aus Polen, die im 19. Jahrhundert dringend als Arbeitskräfte im Ruhrgebiet benötigt wurden und sich sehr schnell integriert haben. Schimanski ist heute ein guter deutscher Name und in den Fußballmannschaften sind ebenfalls Deutsche mit polnischem Ursprung zu finden. Darüber redet heute keiner mehr.

Nach dem verlorenen zweiten Weltkrieg kamen mehrere Millionen Flüchtlinge aus Polen, dem Sudetenland und den anderen ehemaligen deutschen Gebieten zu uns. Sie kamen völlig mittellos und wurden zwangsweise aus den Ostblockländern ausgewiesen. Auch sie hatten unsägliches Leid erfahren und kamen nun mittellos nach Westdeutschland, und zwar in ein zerstörtes Land, wo die Städte in Trümmern lagen, die Fabriken entweder zerstört oder die Werkseinrichtungen demontiert und nach Frankreich, England und Russland geschafft worden waren. Aber es waren Deutsche, die die deutsche Sprache fließend beherrschten und den christlichen Religionsgemeinschaften angehörten. 

Es wurde die Wohnungsbewirtschaftung eingeführt, um diese Flüchtlingsfamilien zwangsweise in freistehende Wohnungen und Häuser einzuweisen. Wohl dem, der in Westdeutschland noch Familienangehörige hatte, zu denen er sich flüchten konnte. Da ich selbst als Flüchtling mit meiner Familie das Sudetenland, die heutige Tschechei, verlassen musste, weiß ich, wie schrecklich diese Umsiedelungsaktionen waren. Da der Staat diese extreme finanzielle Belastung nicht allein schultern konnte, wurde als sog. Lastenausgleich auf jeden Grundbesitz Hypotheken eingetragen, die die Haus- und Grundbesitzer im Westen noch jahrelang abzubezahlen hatten.

Dank der unermesslichen Schaffenskraft des gesamten Volkes glückte uns ein Wiederaufbau der Städte, neue Fabriken sind aus Ruinen entstanden, es wurden viele neue Betriebe gegründet, die sofort Arbeitskräfte benötigten. Das deutsche Wirtschaftswunder hatte seinen Lauf genommen und dank der eingeführten Marktwirtschaft durch Ludwig Erhard konnten die Lebensmittelkarten und die Reichsmark 1948 abgeschafft und durch die Deutsche Mark ersetzt werden. Es waren harte Zeiten, aber man kann sagen, dass die ältere Generation unter uns, soweit sie noch lebt, mit diesen gigantischen Problemen auf erstaunliche Weise fertig geworden ist. Man sprach von dem „German Wonder“ und wurde bereits in den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts vom Ausland beneidet. 

Aber jetzt kamen Fremde zu uns, die allergrößte Anzahl spricht kein Deutsch, und wie und wo sollte man diese enormen Flüchtlingsströme unterbringen. Auch noch im November 2015 kamen täglich Tausende von Flüchtlingen aus diesen Ländern. Frau Merkel versicherte uns, „dass wir das schaffen“, doch in den letzten Monaten wurden daran doch Zweifel laut und es wird nach Lösungen gesucht, wie man diese Zuwanderung kanalisieren oder abstoppen kann. Diese Frage ist und bleibt so lange ungeklärt, wie in Syrien von syrischen, russischen, amerikanischen, englischen und französischen Bombern Städte in Schutt und Asche gelegt werden und ein Ende dieses unseligen Krieges nicht abzusehen ist.

Die Ursachen für diese Flucht sind sehr vielschichtig. Wir haben es heute sowohl mit politischen Gründen zu tun, denn Herr Assad in Syrien will nicht zurücktreten, als auch als Folge des Irak-Krieges mit religiösen Zwistigkeiten, die zwischen Schiiten und Sunniten aufgewärmt und durch eine völlig falsche Politik, hervorgerufen durch den damaligen Präsidenten im Irak, der die Schiiten bevorzugte, noch geschürt wurden. Unter dem früheren Diktator Saddam Hussein waren es dann die Sunniten, die bevorzugt wurden. Der angrenzende Iran und die arabischen Länder, vor allem Saudi Arabien verwendeten ihre Ölmilliarden ebenfalls dazu, diesen Glaubenskrieg in Syrien anzuheizen, obwohl vorher, vor dem sogenannten arabischen Frühling, in Syrien alle Religionen, muslimische und christliche, friedlich nebeneinander lebten. Eine Parallele dazu bietet der Krieg, der in Jugoslawien stattgefunden hat, als Serbien Restjugoslawien unter seine Staatsmacht zwingen wollte.

Und dann kam als dritte Katastrophe der Terror hinzu, durch den der IS, der islamische Staat und seine Kalifen, durch Gräueltaten an der Bevölkerung und vor allem durch Terroranschläge an Macht und Einfluss gewinnen will. Es ist nicht nötig, auf die Einzelheiten und die weiteren Gründe für diese aktuelle Situation einzugehen, aber Terror durch Anschläge, wie sie angeblich im Namen von Allah erfolgt sind, sind für uns alle so gefährlich wie ein Krebsgeschwür, das sich kaum beherrschen lässt. 

Das Traurige dabei ist, dass auch junge Menschen aus Deutschland und Frankreich oder insgesamt aus westlichen Ländern dieses Terrorregime des IS attraktiv finden, als Selbstmordattentäter unschuldige Bürger unserer Länder (siehe Frankreich) töten oder in Syrien ganze Volksstämme, wie z.B. die Jesiden, auslöschen. Und das sind nicht nur türkisch oder algerisch stämmige Menschen, die sich der Illusion hingeben, dass man die Welt nach ihren Gesetzen verändern könnte. Leider sind es auch deutsche Mitbürger, die offensichtlich nicht kapiert haben, aus welchen geordneten Verhältnissen sie eigentlich stammen. Der Islam selbst ist sicherlich eine friedliche Religion, aber die Exzesse, die wir jetzt zu verzeichnen haben, sind durch nichts zu rechtfertigen. Hier geht es um einen Angriff auf unsere Freiheit, unsere im Grundgesetz verbriefte Meinungsfreiheit, die heute von vielen von uns leider viel zu wenig geschätzt wird.

Es geht uns deutschen Bundesbürgern gewisslich gut! Natürlich haben immer welche zu klagen, aber wir sollten uns alle dringend im Klaren sein, was wir zu verteidigen haben, nämlich unsere Freiheit in der Meinung, in unserem Leben, in unserer Religionsausübung. Und Toleranz auszuüben gegenüber denen, die nicht unbedingt unsere Meinung vertreten.

Ich möchte als freier Bürger von meinen Grundrechten Gebrauch machen dürfen und nicht wegen meiner Meinungsäußerung eventuell ins Gefängnis wandern. Lassen Sie uns alle in der Familie, im Freundes- und im Bekanntenkreis diese Freiheit verteidigen und alles dafür tun, dass wir in Freiheit und Frieden leben können ohne Angst zu haben, dass wir in der U-Bahn oder auf dem Weihnachtsmarkt durch irre geleitete Menschen in die Luft gesprengt werden. Aber es sollte jedem klar sein, dass es absolute Sicherheit nicht gibt. Sicherheit und Freiheit gibt es leider nicht gleichzeitig. Es lebe die Freiheit!

Ihr W. Endrich

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Herr Endrich Wolfgang Endrich